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Bearbeitet am November 6, 2026

Action Mapping nach Cathy Moore: Modell und Praxisbeispiel

Action Mapping nach Cathy Moore: So legen Sie das Geschäftsziel fest, klären die Ursachen und gestalten Übungen, mit Praxisbeispiel und Grenzen der Methode.

Carolina Martin
Carolina Martin
Kundenerfolgsleiter und Lerndesigner
Wichtigste Erkenntnisse

Action Mapping ist Cathy Moores Methode für die Konzeption betrieblicher Schulungen: Sie beginnt bei einem messbaren Geschäftsziel, hält fest, was Mitarbeitende dafür im Arbeitsalltag tun müssen, klärt, warum sie es bisher nicht tun, und ergänzt nur die Übungen und Informationen, die diese Handlungen brauchen.

  • Cathy Moore stellte Action Mapping im Mai 2008 in einem Blogbeitrag vor und beschrieb den vollständigen Prozess 2017 in ihrem Buch Map It.
  • Laut Moore überspringen viele einen Schritt: die Frage, warum Mitarbeitende die jeweilige Handlung nicht längst ausführen. 2013 ergänzte sie dafür ein Flussdiagramm.
  • Im Praxisbeispiel lassen sich die Hürden bei zwei der vier Handlungen während der Kundenübergabe ohne Schulung beseitigen: durch eine geänderte Terminplanung und eine Einstellung in der App.
  • Moore kennt nach eigener Aussage keine Forschung zu Action Mapping. Planen Sie daher, das Geschäftsziel selbst zu messen, statt ein Ergebnis zu versprechen.
  • Von 25 betrieblichen Kursanfragen, die in Coursebox eingegeben wurden, nannte nur 1 ein Geschäftsergebnis mit Datum.
Wie nah ist Ihr Projekt an einer Action Map?

Fünf Fragen, rund eine Minute. Antworten Sie für eine konkrete Schulungsanfrage, an der Sie gerade arbeiten, etwa einen neuen Kurs, eine Auffrischung oder ein Compliance-Modul.

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Nennt die Anfrage ein Ergebnis, das Ihre Organisation bereits misst, etwa Beschwerden, Fehler oder Anrufe?
Kursentwickler

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Viele Kursanfragen enden genau dort, wo Action Mapping, die Methode von Cathy Moore für die Konzeption betrieblicher Schulungen, erst anfängt: bei der Frage, was sich im Arbeitsalltag ändern soll. Ein fiktiver Fall macht das greifbar. Die Betriebsleitung eines Installationsbetriebs für private Solaranlagen und Batteriespeicher bestellt „einen Kurs für unsere Monteure: wie Solaranlagen funktionieren, Wechselrichtertypen, Batteriegrundlagen und guter Kundenservice“. Zugleich meldet sich bei etwa jedem dritten Auftrag der Kunde innerhalb von 30 Tagen bei der Support-Hotline, oft weil niemand die Monitoring-App eingerichtet oder erklärt hat, was bei einem Stromausfall passiert. Was sich auf der Baustelle ändern soll und woran man das erkennen würde, steht nirgends in der Anfrage.

Zur Einordnung vorab: Ich arbeite als Instructional Designer bei Coursebox. Wir entwickeln Software für Instructional Design, die aus einem Briefing einen Kurs erstellt, und wo ich unser Produkt getestet habe, sage ich das auch. Dieser Leitfaden erklärt Action Mapping in Moores eigenen Worten, zeichnet die Herkunft der Methode nach und widmet sich dem Schritt, den laut Moore viele überspringen: der Frage, warum Mitarbeitende nicht längst tun, was ihre Arbeit verlangt. Anschließend führe ich die Solar-Anfrage vom Geschäftsziel bis zur einseitigen Übergabekarte durch, vergleiche Action Mapping mit ADDIE und SAM und benenne klar, was die Belege hergeben und was nicht. Dazu kommen zwei reale Fälle, ein Produkttest und zwei kostenlose Vorlagen.

Was ist Action Mapping?

Action Mapping ist Cathy Moores Methode für die Konzeption betrieblicher Schulungen: Sie beginnt bei einem messbaren Geschäftsziel, hält fest, was Mitarbeitende dafür im Arbeitsalltag tun müssen, klärt, warum sie es bisher nicht tun, und ergänzt nur die Übungen und Informationen, die diese Handlungen brauchen.

Action Mapping als Diagramm, das Handlungen und ihre Hürden auf ein Geschäftsziel zurückführt: oben „Messbares Geschäftsziel: mit den Stakeholdern vereinbaren“; darunter zwei Zweige, links „Handlung im Arbeitsalltag: Was müssen die Mitarbeitenden tun? Warum fällt es schwer?“ und darunter „Übung, falls nötig: realistische Entscheidungen, Informationen für die Aufgabe“, rechts „Weitere notwendige Handlung: Was müssen die Mitarbeitenden tun? Warum fällt es schwer?“ und darunter „Änderungen am Arbeitsplatz, falls nötig: Tools, Prozesse oder Anreize, Übung allein löst es womöglich nicht“; in der Mitte zwischen den Zweigen „Hürden untersuchen: mit Personen, die die Arbeit ausführen, jede Lösung mit dem Ziel verbinden“; darunter der Satz „Die Abhängigkeiten ergeben eine Map. Ergänzen Sie keine Inhalte, nur weil sie verfügbar sind.“ und die Quellenzeile „Konzeptionelle Adaption von Cathy Moores Action Mapping durch Coursebox. Eigene Darstellung, keine Reproduktion.“

Diagramm in voller Größe ansehen

Moores eigene Definition fällt knapp aus. In ihrem Überblick über Action Mapping schreibt sie (alle Moore-Zitate hier aus dem Englischen übersetzt): „Action Mapping ist ein schlanker Prozess für die Konzeption von Schulungen in der Geschäftswelt“, und beschreibt es als „eine Mischung aus Performance Consulting und Backward Design, mit dem Fokus auf realem Verhalten statt auf Prüfungsfragen“. Die Ziele lauten in ihren Worten: „sich dazu verpflichten, die Leistung des Unternehmens messbar zu verbessern“, „die beste Lösung für das Leistungsproblem finden“ und, „wenn Schulung nötig ist“, „realistische Übungen statt Informationspräsentationen erstellen“.

Der Name stammt von der Frage, die sich durch die ganze Methode zieht. In ihrem ursprünglichen Beitrag von 2008 erklärt Moore: „Ich nenne es Action Mapping, weil es dabei hilft zu verändern, was Menschen tun, nicht nur, was sie wissen.“

Oft wird der Prozess in vier Fragen zusammengefasst, die aus ihrer einseitigen Zusammenfassung von Action Mapping stammen. Hier sehen Sie sie auf einen Blick, jeweils mit dem Ergebnis im Solarbeispiel.

EbeneMoores FrageWas dabei entstehtIm Kurs zur Solar-Übergabe
Ziel„Was ist das Problem? Woran werden wir erkennen, dass wir es gelöst haben?“Ein messbares Geschäftsziel mit DatumSupport-Anrufe in den ersten 30 Tagen sinken bis zum 30. Juni von etwa jedem dritten auf jeden sechsten Auftrag
Handlungen und Hürden„Was müssen die Leute TUN, und warum tun sie es nicht?“Beobachtbare Handlungen im Arbeitsalltag, jeweils darauf geprüft, was sie verhindertVier Handlungen bei der Übergabe: Bei zwei beseitigen Terminplanung und Auftrags-App die Hindernisse, die anderen beiden müssen geübt werden
Übung„Wie können wir ihnen helfen, das zu ÜBEN, was sie tun müssen?“Realistische Aktivitäten, in denen Lernende entscheiden und die Folgen sehenDrei Aktivitäten: die Frage zum Stromausfall, die Frage zur Ersparnis und der Teach-back zum Abschalten
Mindestmaß an Informationen„Welche Informationen MÜSSEN sie haben, um die Übung zu bewältigen?“Nur die Informationen, die eine Aktivität braucht, oft als ArbeitshilfeEine einseitige Übergabekarte und der Abschaltaufkleber vor Ort

Fünf Punkte stecken den Rahmen des Modells ab:

  • Es ist eine Bedarfsanalyse, nicht bloß eine Inhaltsgliederung. Moore ist da unmissverständlich: „Action Mapping schließt die Bedarfsanalyse ein; es ist nicht nur eine Methode, Inhalte zu ordnen.“ Die zweite Frage hat zwei Hälften, und die zweite Hälfte entscheidet darüber, ob überhaupt eine Schulung entsteht.
  • Es gestaltet Aktivitäten, keine Kurse. In ihren FAQs zu Action Mapping heißt es, die Methode „hilft Ihnen, Aktivitäten zu gestalten, keine Kurse“, und an anderer Stelle schreibt sie, dass die Aktivitäten in einem Workshop, online oder in jedem anderen benötigten Format stattfinden können.
  • Es ist für Schulungen in Unternehmen gedacht. Moore stellte es zunächst als E-Learning-Modell vor, „weil ich damals E-Learning konzipierte“, schreibt aber, dass „es für alle Arten betrieblicher Schulungen funktioniert“. Ebenso hält sie fest, dass es „nicht für den akademischen Bereich gedacht ist“.
  • Es entsteht gemeinsam mit Auftraggeber und Fachexperten. „Kein Designer sollte ein Konzept im Alleingang erstellen.“ Der Auftraggeber verantwortet das Ziel, der Fachexperte kennt die Arbeit.
  • Die Map ist ein Arbeitsdiagramm, keine Mindmap. „Alles auf der Map muss seine Daseinsberechtigung nachweisen, indem es direkt mit dem Geschäftsziel verbunden ist.“ Zudem warnt Moore: „Meist ist es kein supereinfaches Diagramm.“
note:Action Mapping im Schulungskontext

Dieser Leitfaden behandelt Action Mapping als Methode des Instructional Design. Derselbe Begriff steht auch für die Kampagnenplanung gemeinnütziger Organisationen, für ein Jugendprogramm zur Kartierung von Städten und Parks und für die „Action Mappings“, die in Game Engines Tasten mit Befehlen verknüpfen. Nichts davon hat mit Moores Modell zu tun.

Ein Projekt aus Kanada zeigt, was sich ändert, wenn ein Designer von der Planung nach Lernergebnissen zum Mapping von Arbeitshandlungen wechselt, und was bei der Umsetzung trotzdem schiefgehen kann.

Ein Mann mit Brille und Headset hält an einem Schreibtisch mit Computer einen Telefonhörer neben sein Gesicht
Yan Krukau / Pexels

Fallstudie: Schulung für Versicherungssachbearbeiter in Kanada

Das Center for Continuing Education der Saskatchewan Polytechnic entwickelte gemeinsam mit einer Organisation, die Dienste für das Gesundheitssystem von Saskatchewan verwaltet, vier Online-Micro-Credentials im Selbststudium für Leistungssachbearbeiter (Adjudicators) bei Versicherern in ganz Kanada. Diese Sachbearbeiter betreuen Gruppenlebensversicherungen sowie Tarife für erweiterte Gesundheitsleistungen, Zahnbehandlung und Einkommensabsicherung bei Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit. Die übliche Methode des Designers, aufgebaut auf Lernergebnissen und darauf abgestimmten Prüfungen, passte nicht zum Fachexperten, der Lernen als das Schließen der Lücke zwischen aktueller und gewünschter Arbeitsleistung verstand.

  • Vorgehen: Mitten im Projekt wechselte der Designer zu Action Mapping. Er zog es SAM vor, weil es zur Designphase des bestehenden Modells passte und sich für ein Zweierteam eignete. Gemeinsam mit dem Experten erstellte er in wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Videositzungen vier Action Maps. Eine davon umfasste ein Leistungsziel, sechs Verhaltensweisen am Arbeitsplatz, acht Übungsgelegenheiten und dreizehn Informationseinheiten. Das Ziel lautete „Vertrauensvolle und professionelle Beziehungen zu Versicherten aufbauen“, ein Verhalten „Beim ersten Telefonat Vertrauen zu einem Versicherten aufbauen“, die Übung „Im Gespräch mit Versicherten Interesse zeigen und nachfragen“.
  • Belege und Ergebnis: In Benoits Fallbericht von 2025 im International Journal of Advanced Corporate Learning beurteilte der Designer den Wechsel anhand von drei selbst gesetzten Kriterien: leichte Erlernbarkeit, leichter Wiedereinstieg nach Pausen und Fokus auf Leistung. Alle drei sah er als erfüllt an. Der Experte lernte die Methode in „einer kurzen zehnminütigen Schulung“, und „bei der Entwicklung weiterer Action Maps war keine weitere Erklärung nötig, selbst bei bis zu zwei Wochen Abstand zwischen den Treffen“.
  • Einschränkung: Es handelt sich um den Bericht eines einzelnen Designers, gemessen an seinen eigenen Kriterien, ohne Daten zu Lernenden, zur Leistung der Sachbearbeiter oder zu einer geschäftlichen Kennzahl. Das zitierte Ziel enthält weder Kennzahl noch Datum. Die vier Schritte im Paper sind die Zusammenfassung des Autors und lassen die Frage aus, warum Mitarbeitende ein Verhalten nicht längst zeigen. Auch die fertige Lektion wich von der Map ab: Im Übungsschritt „erhalten Lernende keine Gelegenheit, miteinander zu üben“ und beantworten stattdessen eine Zustimmungsfrage zu Einstellungen.
  • Erkenntnis: In diesem Fall lernte der Experte die Methode schnell, und dem Designer fiel es leichter, die Arbeit auf Leistung auszurichten. Den Kurs erstellt eine Map allerdings nicht. Gleichen Sie die fertige Lektion Handlung für Handlung mit der Map ab, denn bei der Umsetzung kann aus einer Übung wieder eine Frage zu Einstellungen oder Fakten werden.

Woher Action Mapping stammt

Moore begann Anfang der 1980er-Jahre als technische Trainerin und wechselte 2001 ins betriebliche E-Learning. In ihrem Bericht über die Anfänge von Action Mapping führt sie den Kerngedanken auf das Marketing zurück: „Gute Marketer legen Geschäftsziele fest, um die Kosten eines Projekts zu rechtfertigen, und sie messen (auf unzählige Arten!), ob Menschen ihr Verhalten tatsächlich ändern.“ In einem Auszug aus ihrem Buch schreibt sie, sie habe die Methode entwickelt, „weil ich fand, dass wir einen strukturierten Weg brauchten, um das Schulmodell zu bekämpfen“.

Seit 2008 hat sich das Modell verändert, und die Jahreszahlen helfen, ältere Texte dazu einzuordnen:

  • Mai 2008: Moore veröffentlicht den ursprünglichen Beitrag, den sie heute als „den ursprünglichen Blogbeitrag über Action Mapping, veröffentlicht im Mai 2008“ bezeichnet. Die Schritte standen in einer eingebetteten Slideshow, nicht im Text.
  • Mai 2013: Sie ergänzt den zweiten Schritt um ein Flussdiagramm. In ihren Worten: „Ich habe Schritt 2 vertieft und ein Flussdiagramm aufgenommen, das hilft, schlanke Lösungen im Arbeitsablauf zu finden, etwa Arbeitshilfen oder Prozessverbesserungen.“
  • 2014: Ihr Keynote-Handout für die Online Learning Conference des Training Magazine wird zur einseitigen Zusammenfassung, die oft als „die vier Schritte“ vermittelt wird.
  • 2017: Im eigenen Verlag Montesa Press erscheint Map It: The hands-on guide to strategic training design mit 418 Seiten. Ich habe nur eine Auflage gefunden.
  • Heute: Ihr Action-Mapping-Workflow auf einen Blick umfasst 15 Schritte, von der Formulierung des Ziels bis zur Freigabe und Auswertung der Aktivitäten.

Die Chronologie erklärt auch eine Korrektur. Eine Version von Action Mapping, die Ziel, Handlungen, Übung und Information als vier Schritte der Inhaltsgestaltung abarbeitet, lässt den Hürdencheck aus, den Moore in Schritt 2 eingebaut hat. Das Flussdiagramm ergänzte sie, weil „die Leute diesen Teil von Schritt 2 übersprungen haben“. Die vier Fragen sind ihre Zusammenfassung; der 15-Schritte-Workflow ist der Prozess, den sie heute vermittelt.

Welche Quellen von Moore sich lohnen

  • Zuerst lesen: Map It (2017). Hier behandelt Moore den Prozess vollständig und veranschaulicht ihn an ausführlichen Fallbeispielen wie dem Krankenhausfall im dritten Kapitel.
  • Wenn Sie zehn Minuten haben: der Action-Mapping-Workflow auf einen Blick. Er zeigt die aktuellen 15 Schritte auf einer Seite und auch, an welcher Stelle Schulung wegfällt.
  • Vor dem ersten Termin mit dem Auftraggeber: ihr Beitrag zum Flussdiagramm, Is training really the answer? Ask the flowchart, der den Hürdencheck erklärt, von dem der Rest der Map abhängt.

Ein Praxisbeispiel: die Kundenübergabe bei einem Solarinstallateur

Hier nun das ganze Beispiel, das ich im Folgenden als Action Map aufbaue. Die Zahlen sind zur Veranschaulichung gewählt. Ein Betrieb für private Solaranlagen und Batteriespeicher in einer australischen Stadt arbeitet mit rund 12 Montageteams, die jeweils ein Montageleiter führt. Die Montageleiter haben ihre Zulassung und viel Installationserfahrung, einige wurden erst kürzlich befördert. Wer eine Anlage installieren darf, kann sie einem Hausbesitzer aber nicht automatisch sicher erklären, deshalb darf der Kurs diese Fähigkeit nicht voraussetzen.

Die Betriebsleitung hat einen Kurs bestellt: wie Solaranlagen funktionieren, Wechselrichtertypen, Batteriegrundlagen und Kundenservice. Dabei misst das Unternehmen längst ein Problem, das in der Anfrage gar nicht vorkommt: Bei etwa jedem dritten Auftrag geht innerhalb von 30 Tagen nach der Installation ein Anruf bei der Support-Hotline ein. Das Support-Protokoll zeigt vier Hauptgründe:

  • „In meiner App wird nichts angezeigt“: Die Monitoring-App wurde nie mit dem WLAN im Haus verbunden.
  • „Funktioniert meine Anlage?“: Niemand hat dem Kunden gezeigt, wie er den Wechselrichter oder die App abliest.
  • „Bei einem Stromausfall hatte ich keinen Strom, und die Solaranlage hat nichts gebracht“: Niemand hat erklärt, dass sich eine Anlage ohne Batteriespeicher bei einem Stromausfall abschaltet.
  • „Ich habe meine Unterlagen nicht bekommen“: Das Inbetriebnahmeprotokoll und die Fotos wurden nicht hochgeladen, also kann das Büro den Papierkram nicht abschließen.

Angestrebt wird, dass Montageleiter die Kundenübergabe abschließen, bevor sie die Baustelle verlassen, und dass weniger Kunden anrufen müssen. Verkabelung, elektrische Sicherheit und Normen behandelt der Kurs nicht, und er ist weder eine Zulassung noch eine Zertifizierung.

Aus drei Gründen eignet sich das Beispiel für Action Mapping: Die Anfrage kommt als Inhaltsliste, das Unternehmen erfasst bereits eine Kennzahl, die von der Übergabe abhängt, und ein Teil der Ursachen hat offensichtlich nichts mit Schulung zu tun. Genau unter diesen Bedingungen zahlt sich der Hürdencheck aus.

Die Schritte von Action Mapping an einem Kurs durchgespielt

Moores einseitige Zusammenfassung stellt vier Fragen, und die zweite hat zwei Hälften: was Mitarbeitende tun müssen und warum sie es nicht tun. Ich gebe jeder Hälfte eine eigene Überschrift. Die folgenden fünf Abschnitte behandeln also ihre vier Fragen, wobei die zweite auf zwei Abschnitte verteilt ist. Jeder Abschnitt besteht aus denselben drei Teilen: wie der Schritt im Solarkurs aussieht, wie Sie ihn prüfen und welcher Fehler dabei häufig passiert.

1. Ein messbares Geschäftsziel festlegen

Das Ziel ist das Ergebnis, das die Organisation braucht, so formuliert, dass alle sehen können, ob es eingetreten ist. Moores Workflow gibt dafür ein Muster vor: „Eine bereits genutzte Kennzahl steigt/sinkt bis Datum um X %, weil Personen in einer bestimmten Gruppe etwas TUN.“ Ihre einseitige Zusammenfassung ergänzt, was die Kennzahl nicht sein darf: „dafür sorgen, dass alle Mitarbeitenden die Schulung abschließen“. Oder wie sie es ausdrückt: „Das interessiert niemanden außer der Personalentwicklung.“

  • Im Solarkurs: „Kundenanrufe bei der Support-Hotline in den ersten 30 Tagen nach der Installation sinken bis zum 30. Juni von etwa jedem dritten auf jeden sechsten Auftrag, weil Montageleiter die Kundenübergabe abschließen, bevor sie die Baustelle verlassen.“
  • So prüfen Sie es: Die Kennzahl steht bereits im Support-Protokoll, sie hat einen Ausgangswert und ein Datum, und sie nennt, wer handeln muss. Könnte die Betriebsleitung sie im Juli nicht berichten, ist es noch kein Ziel.
  • Häufiger Fehler: ein Lernziel wie „Monteure werden Solaranlagen verstehen“ oder eine Schulungskennzahl wie die Abschlussquote zu formulieren. Beides sagt dem Unternehmen nicht, ob sich etwas geändert hat.

Ein solches Ziel entspricht dem Ergebnis, das Kirkpatrick auf Stufe 4 ansiedelt; unser Leitfaden zum Kirkpatrick-Modell behandelt das ausführlich. Moore selbst nennt das Voranstellen des Ziels eine öffentliche Verpflichtung, „die Leistung unserer Organisation zu verbessern“. Damit ist nicht gesagt, dass der Kurs das Ziel allein erreicht. In ihrem Beitrag über „Awareness“-Anfragen schreibt sie: „Wenn Sie eine messbare Veränderung benennen, behaupten Sie nicht, dass Ihr Projekt diese Veränderung im Alleingang herbeiführt.“

2. Festhalten, was Mitarbeitende im Arbeitsalltag tun müssen

Handlungen sind das beobachtbare Tun, das zum Ziel führt. Moores Test: Es müssen „Handlungen sein, die jemand mit Klemmbrett beobachten und abhaken könnte“, und sie warnt vor „Verben, die nur in einem Test vorkommen“, etwa definieren oder identifizieren. In ihren FAQs merkt sie an, dass „jedes Verhalten und jede Handlung, die Sie aufschreiben, als Leistungsziel gelten könnte“.

  • Im Solarkurs: vier Handlungen, alle am Ende einer Installation. Die Monitoring-App mit dem WLAN im Haus verbinden und dem Kunden auf seinem eigenen Handy die heutige Erzeugung zeigen. Dem Kunden anhand des Abschaltaufklebers an Wechselrichter und Zählerschrank das Abschaltverfahren zeigen und ihn dann der Reihe nach auf jeden Schalter zeigen lassen. Erklären, was die Anlage bei einem Stromausfall tut und was bei der ersten Stromrechnung zu erwarten ist, ohne eine Ersparnis in Dollar zu versprechen. Inbetriebnahmeprotokoll und Fotos vor der Abfahrt in der Auftrags-App hochladen.
  • So prüfen Sie es: Könnte die Betriebsleitung auf der Baustelle stehen und jeden Punkt abhaken? „Erklärt die Anlage gut“ besteht diesen Test nicht, „lässt den Kunden der Reihe nach auf jeden Schalter zeigen“ schon.
  • Häufiger Fehler: Ergebnisse oder Ziele als Handlungen aufführen. Moores Beispiel aus der Map eines Lesers lautete „den Einsatz teurer Arbeitskräfte minimieren“, was laut ihr „eher wie ein Ziel klingt als wie eine eigenständige, beobachtbare Handlung“.

Die Sicherheitsinhalte in Handlung 2 sind das firmeneigene Verfahren und der firmeneigene Aufkleber. Der Kurs weist die Montageleiter an, sich vor Ort an den Aufkleber und das Verfahren des Herstellers zu halten; elektrotechnische Vorschriften vermittelt er nicht.

3. Fragen, warum sie es nicht tun

An diesem Schritt entscheidet sich, ob überhaupt eine Schulung entsteht. Für jede Handlung fragt Moores Web-Flussdiagramm Will training help?: „Warum tun sie diese EINE Sache nicht?“, und führt Sie in vier Zweige: „Umfeld (Kultur und Tools)“, „Wissen“, „Fähigkeiten“ und „Motivation“. Ihre Anweisung lautet: „Versuchen Sie es zuerst mit dem Zweig Umfeld.“ In der einseitigen Zusammenfassung wird sie deutlicher: „Überspringen Sie das Flussdiagramm nicht. Wenn Sie annehmen, dass jede Handlung eine Schulung erfordert, verschwenden Sie garantiert Zeit mit der Gestaltung von Dingen, die Sie nicht brauchen.“

  • Im Solarkurs: Gespräche mit zwei Montageleitern und dem Support-Team fördern die Ursachen in dieser Tabelle zutage. Zwei der vier Handlungen brauchen gar keine Schulung.
  • So prüfen Sie es: Jede Handlung hat eine benannte Ursache, und zu jeder Ursache gehört eine passende Lösung. Ein Terminproblem bekommt eine Lösung bei der Terminplanung, kein Modul.
  • Häufiger Fehler: annehmen, jede Lücke sei eine Wissenslücke. Moore argumentiert, dass „nur wenige Leistungsprobleme allein durch fehlendes Wissen oder fehlende Fähigkeiten entstehen“ und dass „Schulung selten die beste oder einzige Lösung für ein Problem ist“. Das sind Argumente aus ihrer Erfahrung, keine Forschungsergebnisse, aber sie sind der Grund, warum es das Flussdiagramm gibt.
HandlungWarum tun sie es nicht?LösungSchulung?
1. App verbinden und die heutige Erzeugung zeigenUmfeld: Der Kunde ist bei Auftragsende oft nicht da, und der Einsatzplan sieht die Übergabe nur „wenn Zeit ist“ vorEinen 20-minütigen Übergabetermin einplanen, wenn der Kunde zu Hause ist, und ihn am Vortag per SMS bitten, die WLAN-Daten bereitzuhaltenNein
2. Abschaltverfahren, bei dem der Kunde auf jeden Schalter zeigtFähigkeit: Montageleiter kennen die Reihenfolge, spulen sie aber als Monolog ab, und Kunden vergessen sie wiederDen Teach-back übenJa
3. Stromausfall und erste Rechnung erklären, ohne eine Ersparnis zu versprechenWissen und Fähigkeit: Montageleiter, die noch neu in der Rolle sind, wissen nicht recht, wie sie antworten sollen, ohne zu viel zu versprechenEine Übergabekarte, dazu Übung in den beiden GesprächenJa
4. Protokoll und Fotos vor der Abfahrt hochladenMotivation und Umfeld: Uploads dauern bei schlechtem Empfang lange, niemand prüft sie, bis das Büro nachhakt, und Montageleiter werden pro Auftrag bezahltDie Auftrags-App lässt den Abschluss erst nach dem Upload zu, mit Offline-Warteschlange; „Übergabe abgeschlossen“ steht im Wochenbericht jedes MontageleitersNein

Moores eigenes Beispiel für diesen Schritt ist fiktiv. In einem Auszug aus dem dritten Kapitel von Map It stellt eine Designerin fest, dass Krankenhauspersonal Kanülen wieder verschließt, „weil der Abwurfbehälter nicht griffbereit ist“, und die Lösung besteht darin, neben jedem Bett Behälter anzubringen. Moore merkt an, die Geschichte sei „extrem vereinfacht“. Zwei reale Krankenhäuser haben genau diese Lösung ausprobiert.

30,2 % auf 26,2 %
Anteil der wieder verschlossenen gebrauchten Kanülen auf zwei Krankenhausstationen, vor und nach dem Versetzen der Entsorgungsboxen näher ans Bett, in einer nicht randomisierten Vorher-Nachher-Studie; keine signifikante Veränderung auf einer Intensivstation, auf der die Boxen nicht versetzt wurden
Source: Makofsky und Cone, Infection Control and Hospital Epidemiology, 1993

Das ist das Ergebnis aus San Francisco, über das Makofsky und Cone 1993 berichteten: ein realer, aber bescheidener Rückgang. In West Virginia stellten Edmond und Kollegen fest, dass beobachtete Pflegekräfte vor der Einführung von Entsorgungseinheiten am Bett und einer Unterweisung 93,9 % der Kanülen wieder verschlossen und danach 94 %, mit „keinem signifikanten Unterschied“. Keine der beiden Studien war ein Action-Mapping-Projekt. Über den Hürdencheck sagen sie dennoch etwas Nützliches: Er liefert eine Hypothese über die Lösung, aber erst die Kennzahl zeigt, ob die Lösung gewirkt hat. Im Solarkurs heißt das, nach der Einplanung des Übergabetermins die Anrufgründe der ersten 30 Tage auf „In meiner App wird nichts angezeigt“ hin zu beobachten, statt davon auszugehen, dass die Terminänderung ihren Zweck erfüllt hat.

Wenn Sie eine ausführlichere Methode brauchen, um die Lücke zwischen aktueller und erwarteter Leistung zu bemessen, hilft unser Leitfaden zur Performance Gap weiter. Steht das Problem noch nicht fest und müssen Sie zunächst ein ganzes Team befragen, beginnen Sie am besten mit dem Fragebogen zur Schulungsbedarfsanalyse.

4. Realistische Übungen gestalten

Gestalten Sie für jede Handlung mit Schulungsbedarf eine Aktivität, in der Lernende die Handlung ausführen oder so entscheiden, als würden sie sie ausführen. Moores Zusammenfassung nennt zwei Bedingungen: Eine Figur, oft „Sie“, „steht vor einer konkreten, realistischen Herausforderung“, und „das Feedback zeigt die Folgen der Entscheidung der Lernenden“. Ihr Workflow liefert dazu einen Gegensatz. Die Aktivität lautet: „Ein Kunde möchte sein Gerät in großer Höhe einsetzen. Sie müssen ihm Fragen stellen, um das am besten geeignete Gerät zu finden.“ Und nicht: „In welcher Höhe sollte ein Kunde das AltaWidget einsetzen?“

  • Im Solarkurs: drei Aktivitäten, zwei für Handlung 3 und eine für Handlung 2. In der ersten fragt ein älterer Hausbesitzer beim Rundgang: „Wenn der Strom ausfällt, bin ich also trotzdem versorgt, oder?“ Die Anlage hat keinen Batteriespeicher. In der zweiten fragt der Kunde: „Wie viel spare ich dadurch bei der Rechnung?“ In der dritten bringt der Lernende die Schritte auf einem Foto des Abschaltaufklebers in die richtige Reihenfolge und entscheidet dann, wie er prüft, ob der Kunde alles verstanden hat.
  • So prüfen Sie es: Jede Aktivität beginnt mit der Frage des Kunden oder der Aufgabe, der Lernende antwortet in seiner Rolle, und jede Option zeigt, was als Nächstes passiert, bevor eine Erklärung folgt.
  • Häufiger Fehler: erst die Informationen präsentieren und sie danach abfragen. Moore rät: „Widerstehen Sie der Versuchung, zu präsentieren und dann abzufragen.“

Hier die erste Aktivität im Detail. Nach jeder Folge erklärt ein kurzer Hinweis eines erfahrenen Montageleiters, warum die klare Antwort funktioniert.

Was der Montageleiter sagtWas als Nächstes passiert
„Ja, die Module versorgen Sie weiter.“Beim nächsten Ausfall geht das Licht aus, und der Kunde ruft verärgert bei der Support-Hotline an, weil ihm niemand etwas gesagt hat
Erklärt klar, dass sich diese Anlage bei einem Stromausfall aus Sicherheitsgründen abschaltet und warum, und verweist auf die ÜbergabekarteIn diesem fiktiven Zweig nickt der Kunde und behält die Karte; es folgt kein Anruf wegen eines Stromausfalls
„Rufen Sie im Büro an, wenn Sie sich Sorgen machen.“Der Kunde ist verunsichert und ruft am nächsten Tag an

Das sind szenariobasierte Aktivitäten. Wie Sie sie gestalten, welche Falldaten Lernende brauchen und wie viel Anleitung sinnvoll ist, erklärt unser Leitfaden zum szenariobasierten Lernen. Für Entscheidungen, deren Folgen aufeinander aufbauen, zeigen die Beispiele für Branching-Szenarien, wie Sie die Verzweigungen anlegen.

warning:Bei der Umsetzung kann aus der Übung wieder eine Frage werden

Im kanadischen Projekt sah die Map Gespräche mit Versicherten vor, in denen die Sachbearbeiter Interesse zeigen und nachfragen sollten. Doch der Übungsschritt der fertigen Lektion stellte stattdessen eine Zustimmungsfrage zu Einstellungen. Öffnen Sie vor der Freigabe jede fertige Aktivität und prüfen Sie, ob der Lernende weiterhin in seiner Rolle handelt und eine Folge sieht, statt eine Frage zum Thema zu beantworten.

5. Nur die Informationen ergänzen, die die Übung braucht

Die letzte Ebene sind die Informationen. Moore weist an, „die Informationen zu bestimmen, die Menschen für jede Aktivität unbedingt haben müssen, und auch zu entscheiden, ob sie auswendig gelernt werden müssen oder in einer Arbeitshilfe nachgeschlagen werden können“. In ihrem Workflow „holen sich Lernende Informationen während der Aktivität nach Bedarf“, und sie ergänzt: „Gehen Sie nicht davon aus, dass alle gleich wenig wissen.“

  • Im Solarkurs: eine einseitige Übergabekarte mit der Antwort zum Stromausfall für Anlagen mit und ohne Batteriespeicher, der Firmenregel, nie eine Ersparnis in Dollar zu nennen, und der Nummer der Support-Hotline. Dazu der Abschaltaufkleber vor Ort. Es gibt keinen Abschnitt darüber, wie Solaranlagen funktionieren, zu Wechselrichtertypen, Batteriegrundlagen oder Kundenservice-Theorie.
  • So prüfen Sie es: Nennen Sie für jeden Inhalt die Aktivität, die ihn braucht. Geht das nicht, streichen Sie ihn.
  • Häufiger Fehler: die Themen aus dem ursprünglichen Briefing „als Kontext“ behalten. Die Anfrage nannte die Funktionsweise von Solaranlagen, Wechselrichtertypen, Batteriegrundlagen und Kundenservice; keine Übung braucht zu einem dieser Themen einen eigenen Abschnitt.

Da die Karte im Arbeitsalltag während des Gesprächs zum Einsatz kommt, ist sie eine Arbeitshilfe und kein Kursinhalt. Unser Leitfaden zu den Five Moments of Need hilft bei der Entscheidung, welche Unterstützung zu dem Moment passt, in dem jemand sie braucht, und vor genau dieser Entscheidung stehen Sie nach diesem Schritt oft.

tip:Immer nur eine Handlung mappen

Moores Flussdiagramm rät: „Konzentrieren Sie sich auf die eine Handlung, die Sie ausgewählt haben, nicht auf das gesamte Projekt.“ Nehmen Sie die Handlung mit der größten Wirkung auf das Ziel, führen Sie den Hürdencheck durch und gestalten Sie die Übung, bevor Sie den Rest mappen. Im Solarkurs beginnen Sie mit der Handlung hinter dem Anrufgrund, der im Support-Protokoll am häufigsten auftaucht.

Wie die Teile einer Action Map zusammenhängen

Eine Action Map ist keine Abfolge von vier Lektionen, sondern ein Diagramm: In der Mitte steht das Ziel. Damit verbunden sind die Handlungen und mit jeder Handlung die Übungen, in denen sie trainiert wird. Den Übungen sind wiederum die dafür nötigen Informationen zugeordnet. Moores Regel lautet, dass jedes Element mit dem Geschäftsziel verbunden sein muss. Führt von einem Element keine Linie zum Ziel, gehört es nicht auf die Map.

Drei Merkmale dieser Struktur bestimmen, wie Sie damit arbeiten:

  • Der Hürdencheck steht zwischen den Handlungen und allem anderen. Jede Handlung durchläuft ihn einzeln, sodass eine einzige Map manche Handlungen zur Schulung und andere zu einem Zeitplan, einem Tool oder einer Arbeitshilfe führen kann. In der Solar-Map enden die Handlungen 1 und 4 beim Check.
  • Im Mittelpunkt jeder verbleibenden Schulung steht die Übung. Informationen hängen an den Übungen, nie umgekehrt, und deshalb endet die Map mit einer Karte statt mit einem Modul.
  • Die Reihenfolge gilt für die Konzeption, nicht für die Lernenden. Sie schreiben das Ziel zuerst und die Informationen zuletzt, Lernende sehen die Übergabekarte aber vielleicht schon vor dem ersten Szenario. Auch Moores Workflow läuft in Schleifen: Sie erstellen einen Prototyp einer Aktivität, lassen ihn freigeben und überarbeiten ihn, bevor Sie die übrigen produzieren.

So betrachtet dokumentiert die Map auch Entscheidungen. Fragt ein Auftraggeber später: „Wo ist das Modul zu den Wechselrichtertypen?“, sieht er die Linie, die nie gezogen wurde: Keine Handlung hat es gebraucht.

So führen Sie ein Action-Mapping-Projekt durch

Moores Workflow auf einen Blick umfasst 15 Schritte. Für einen Projektplan gruppiert, mit ihren Schrittnummern in Klammern, sieht das so aus:

  1. Das Ziel gemeinsam mit dem Auftraggeber formulieren (Schritt 1). Moore schätzt aus Erfahrung: „Oft reicht ein zweistündiges Meeting für die ersten beiden Schritte von Action Mapping.“ Bringen Sie den Fachexperten mit.
  2. Die Handlungen auflisten und die wichtigen auswählen (Schritt 2). Verwenden Sie beobachtbare Verben und wählen Sie dann die Handlungen mit der größten Wirkung auf das Ziel.
  3. Fragen, was jede Handlung erschwert, und alle hilfreichen Änderungen sammeln (Schritte 3 und 4). Ihre Vorgabe lautet: „Sammeln Sie alle Änderungen, nicht nur Schulung“, mit Beispielen wie „Das Verfahren verschlanken“ und „Eine Anleitung erstellen (Arbeitshilfe)“.
  4. Entscheiden, ob Schulung Teil der Lösung ist (Schritt 5). Wenn Übung nicht hilft, „setzen Sie einfach die in Schritt 4 ermittelten Änderungen um“.
  5. Ideen für Aktivitäten sammeln, dann einen Prototyp erstellen und freigeben lassen (Schritte 6 bis 8). Eine fertige Aktivität zeigt dem Auftraggeber, wie der Rest aussehen wird, bevor Sie ihn schreiben.
  6. Alle Lösungen skizzieren, die Gliederung freigeben lassen und die Aktivitäten in Etappen produzieren (Schritte 9 bis 13). Die Gliederung enthält auch die Lösungen ohne Schulung, nicht nur die Schulung.
  7. Die Aktivitäten freigeben (Schritt 14). Moores Anmerkung zu diesem Schritt lautet: „Nicht unbedingt als Kurs!“ Aktivitäten können in einen Workshop, ein Teammeeting oder eine kurze Online-Reihe einfließen.
  8. Auswerten und verbessern (Schritt 15). „Sobald alle Lösungen umgesetzt sind, achten Sie auf Fortschritte in Richtung Ihres Ziels.“ Sie empfiehlt „Robert Brinkerhoffs Success Case Method, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht“; unser Leitfaden zu Brinkerhoffs Success Case Method erklärt sie.

Die Action Map für den Kurs zur Solar-Übergabe

Hier die fertige Map als Tabelle. Die beiden Handlungen ohne Schulung bleiben darauf, denn sie gehören zu den vier Handlungen, von denen das Ziel abhängt.

HandlungLösungÜbungInformationen für die Übung
1. App verbinden und die heutige Erzeugung zeigenÜbergabetermin einplanen, wenn der Kunde zu Hause ist; SMS am VortagKeineKeine
2. Teach-back zum Abschalten am AufkleberSchulungDie Schritte des Aufklebers in die richtige Reihenfolge bringen und dann entscheiden, wie man prüft, ob der Kunde alles verstanden hatDer Abschaltaufkleber vor Ort
3. Gespräche zu Stromausfall und erster RechnungSchulung plus ArbeitshilfeZwei Szenarien: „Bleibt bei mir das Licht an?“ und „Wie viel spare ich?“Die Übergabekarte: Antwort zum Stromausfall mit und ohne Batteriespeicher, die Regel zur Ersparnis, die Support-Nummer
4. Protokoll und Fotos hochladenAuftrags-App lässt den Abschluss erst nach dem Upload zu; WochenberichtKeineKeine; höchstens ein zweiminütiges Anleitungsvideo

Die Kennzahl ist die 30-Tage-Anrufquote pro Montageleiter aus dem Support-Protokoll, monatlich erhoben. Die Handlungen selbst beobachtet die Betriebsleitung bei den nächsten fünf Übergaben jedes Montageleiters oder prüft sie in der Auftrags-App. Nach Kirkpatrick entsprechen diese Beobachtungen Stufe 3 und die Anrufquote Stufe 4.

Action-Map-Planer

Ein Planer für eine Action Map: das Geschäftsziel mit Kennzahl, Ausgangswert und Datum, die Handlungen im Arbeitsalltag, für jede Handlung der Check „Warum tun sie es nicht?“ nach Umfeld, Wissen, Fähigkeiten und Motivation mit einer Spalte für Lösungen ohne Schulung, dann die Übung und die Mindestinformationen für jede Handlung mit Schulungsbedarf. Ausgefüllt für die Kundenübergabe des Solarinstallateurs, mit leeren Seiten für Ihr eigenes Projekt. Bearbeitbare Word-Datei auf Englisch, keine E-Mail-Adresse nötig.

Ein Team des nationalen Gesundheitsdienstes plante drei E-Learning-Programme mit einem ganzen Tag Action Mapping. Was es danach berichten konnte, zeigt, warum die Kennzahl gleich zu Beginn feststehen muss.

Eine medizinische Fachkraft in grauer Bereichskleidung hält einen Stift und sieht einer Person in weißem Kittel und Haube zu, die an einem Glastisch auf einem Laptop tippt
Thirdman / Pexels

Fallstudie: E-Learning zu Informationskompetenz für Gesundheitspersonal in England

Das nationale Team Knowledge and Library Services von NHS England entwickelte drei E-Learning-Programme für die Beschäftigten im englischen Gesundheitswesen, zu Literaturrecherche, kritischer Bewertung und Knowledge Mobilisation, bereitgestellt auf der nationalen E-Learning-Plattform für Gesundheits- und Pflegepersonal.

  • Vorgehen: „Der Designprozess wurde vom Learning Technologist geleitet und begann mit einem ganzen Tag Action Mapping (Moore, 2024) und der Entwicklung von Zielgruppen-Personas, die in das Gesamtprogramm und jedes Modul einflossen.“ Die Map bestimmte anschließend Assessment, Fragen, Skripte und Marketing, und vier Module zeigten die Techniken in Videoszenarien in der Anwendung.
  • Belege und Ergebnis: Im Bericht des Teams von 2025 im Health Information and Libraries Journal heißt es: „Zwischen April 2023 und Juli 2024 wurden 24.029 E-Learning-Sitzungen gestartet.“ Nutzer, die ein Modul abschlossen, konnten es von 1 bis 5 bewerten, und „alle Kurse erhielten mehrheitlich eine Bewertung von 4 oder höher“. Einige Nutzer berichteten von Problemen, das E-Learning in verschiedenen Browsern und auf verschiedenen Geräten zum Laufen zu bringen.
  • Einschränkung: Gezählt werden gestartete Sitzungen, nicht einzelne Personen, und bewertet haben nur diejenigen, die ein Modul abgeschlossen haben. Der Bericht enthält keine Kennzahl dazu, wie gut Beschäftigte danach Belege recherchierten oder bewerteten, kein Geschäftsziel, wie es im Zentrum einer Map steht, und keine Vergleichsgruppe.
  • Erkenntnis: Ein Mapping-Tag kann Konzeption, Assessment und Szenarien eines nationalen Programms ordnen, und trotzdem berichtete das Team am Ende Starts und Sternebewertungen. Legen Sie noch vor dem Ende des Design-Tages fest, welche Kennzahl Sie prüfen werden, und zwar anhand von Daten, die Ihre Organisation ohnehin erhebt. Sonst hat das Ziel der Map nichts, woran es sich messen lässt.

Was in Kursanfragen an Coursebox fehlt

Um zu sehen, in welcher Form Schulungsanfragen eintreffen, habe ich die Kursanfragen ausgewertet, die in den 90 Tagen bis zum 7. Oktober 2026 in Coursebox eingegeben wurden: eine pro Person, aus englischsprachigen Browsern, ohne hochgeladene Datei. Von 266 Prompts waren 104 Kursanfragen, und 25 davon galten Personen in einer beruflichen Rolle. Zwei unabhängige KI-Auswerter klassifizierten alle 104 anhand schriftlicher Definitionen, die auf den Ebenen einer Action Map beruhen, und ich las jede Anfrage noch einmal, bei der einer der beiden ein Ziel, eine Handlung, eine Übung, begrenzte Informationen oder eine Lösung ohne Schulung markiert hatte.

Nur eine der 25 nannte ein Ergebnis, das die Organisation brauchte: einen Unternehmensbereich zu „einem erfolgreichen Audit der 1. Stufe im Januar 2027“ zu führen. Es war auch die einzige betriebliche Anfrage, die neben dem Kurs eine Checkliste wünschte.

1 von 25
betrieblichen Kursanfragen, die in Coursebox eingegeben wurden, nannte ein Geschäftsergebnis mit Datum oder Zahl (ein bestandenes Audit); 17 bis 19 der 25 beschrieben nur zu behandelnde Themen; 90 Tage bis 7. Oktober 2026
Source: Coursebox-Kursanfragen, PostHog, 90 Tage bis 7. Oktober 2026, unabhängig von zwei KI-Auswertern klassifiziert und von Hand geprüft

Zwischen 17 und 19 der 25 betrieblichen Anfragen beschrieben nur Themen, Module oder Inhalte; die niedrigere Zahl gilt dort, wo beide Auswerter übereinstimmten. Keine der 104 Anfragen fragte, ob Schulung überhaupt die richtige Lösung sei, oder nannte eine Ursache, die Schulung nicht beheben kann, etwa Tools, Arbeitsbelastung oder die Art der Bezahlung.

Das ist eine kleine Stichprobe dessen, was Menschen eingegeben haben, nicht der Kurse, die sie fertiggestellt haben, und wer die Anfrage tippt, verantwortet nicht unbedingt das Geschäftsziel. Ein Briefing ist naturgemäß eine Anfrage nach Inhalten, die Zahlen bedeuten also nicht, dass jemand schlecht arbeitet. Sie zeigen aber, wo Anfragen beginnen: auf der dritten und vierten Ebene der Map, während Ziel und Handlungen fehlen. Wer eine Themenliste bekommt, ob Mensch oder KI, erstellt daraus einen Inhaltskurs. Deshalb beginnt eine Action Map mit einem Zielsatz, den Sie mit dem Auftraggeber vereinbaren, bevor jemand eine Themenliste schreibt.

Action Mapping im Vergleich zu ADDIE, SAM und Criterion-Referenced Instruction

Action Mapping ist vor allem eine Analyse- und Designmethode. Es ordnet sich also in einen Projektprozess ein, statt ihn zu ersetzen. Die Frage „Ist Schulung die Antwort?“ teilt es mit älteren leistungsorientierten Modellen.

AnsatzWas er festlegtAm besten fürSchwachstelleEinsetzen, wenn
Action MappingWelche Handlungen im Arbeitsalltag sich ändern müssen, warum und welche Übung sie brauchenEin inhaltslastiges Briefing auf Entscheidungen eindampfenErfordert Kenntnis des Geschäftsziels und Kontakt zu Personen, die die Arbeit ausführenEine Anfrage als Themenliste kommt und dahinter ein Leistungsproblem steckt
ADDIEWelche Phasen das Projekt durchläuftProjekte, die dokumentierte Freigaben brauchenWird oft in der Annahme angewendet, dass eine Schulungsanfrage den Schulungsbedarf beweistSie eine Projektstruktur brauchen; Action Mapping läuft dann in den Phasen Analyse und Design
SAMWie man sich iterativ einem guten Design nähertProjekte mit noch offenem Schulungskonzept und Stakeholdern, die Entwürfe sehen müssenBraucht Prüfer, die für jede Runde verfügbar sindSie Aktivitäten früh als Prototyp erstellen wollen, wie es auch Moores Workflow vorsieht
Criterion-Referenced Instruction (kriteriengeleitete Unterweisung)Was der Arbeitsstandard ist und wer ihn bereits erfülltAufgaben mit klarem Standard, etwa viele SicherheitsaufgabenErfordert explizite Kriterien und passende Nachweise, wenn zur Leistung Urteilsvermögen gehörtDie Arbeit einen schriftlichen Standard hat und Mitarbeitende überspringen können, was sie bereits erfüllen

Moores eigener Vergleich mit ADDIE wird leicht missverstanden. Im Kapitelauszug aus Map It folgt ihre fiktive Designerin Tina einer ADDIE-Version, in der „Analyze“ bedeutet: „Der Auftraggeber sagt, er braucht eine Schulung; also braucht er eine Schulung“, und „Evaluate“ bedeutet: „Die Teilnehmenden fragen, ob ihnen die Schulung gefallen hat.“ Moore kommentiert, Tina habe „das Modell nicht so angewendet, wie es gedacht war, aber ihre Auslegung ist verbreitet“. Ihre zweite Designerin, Anna, beginnt mit „Evaluate: Festlegen, wie der Erfolg des Projekts gemessen wird“. Der Gegensatz besteht zwischen einer Evaluation am Anfang und einer Evaluation am Ende in einer verbreiteten ADDIE-Anwendung, nicht zwischen Action Mapping und ADDIE, wie es gedacht ist. Unser Leitfaden zu den fünf Schritten von ADDIE erklärt, wie die Evaluation in jede Phase einfließen kann.

Den praktischen Unterschied zeigt eine Zeile aus demselben Kapitel: „Tina: In einem Kurs gestalte ich vor allem Informationen. Anna: In einem Kurs gestalte ich vor allem Aktivitäten.“

Bei SAM ist die Nähe groß: Moores Workflow erstellt einen Prototyp einer Aktivität und lässt ihn freigeben, bevor der Rest entsteht, und genauso arbeitet auch SAM. Criterion-Referenced Instruction von Robert Mager und Peter Pipe fragt ebenfalls, ob Mitarbeitende den Standard bereits erfüllen, bevor sie geschult werden. Unser Überblick über Instructional-Design-Modelle stellt alle vier nebeneinander.

Wann sich Action Mapping eignet und wann nicht

Setzen Sie Action Mapping ein, wenn es ein Leistungsproblem gibt, das die Organisation messen kann, und Personen, die die Arbeit derzeit ausführen und die Sie beobachten und befragen können. Diese Bedingungen nennt Moore in ihren FAQs: Sie brauchen „ein Leistungsproblem (kein Lernziel wie eine Zertifizierung)“ und „eine bestimmte Zielgruppe aus berufstätigen Erwachsenen, die konkrete Aufgaben im Arbeitsalltag ausführen müssen“. Ihr Überblick ergänzt, dass die Methode „voraussetzt, dass es Personen gibt, die die Arbeit derzeit ausführen und mit denen Sie sprechen und die Sie beobachten können“.

SituationEignungVorgehen
Ein Leistungsproblem mit einer Kennzahl, die die Organisation bereits erfasst, und Beschäftigte, die Sie beobachten könnenHochMappen, beginnend mit dem Ziel und dem Hürdencheck
Pflichtschulung für „alle Mitarbeitenden“AnpassenZielgruppe in Tätigkeitsrollen aufteilen und darauf ausrichten, dass die Regeln im Arbeitsalltag angewendet werden
Zertifizierung per WissensprüfungGeringMoore nennt Action Mapping hier „weniger geeignet“; auf die Lernziele der Prüfung hin konzipieren
Bestehende Inhalte umwandeln, ohne dass eine Analyse erlaubt istSchlechtMoore sagt, Action Mapping sei „für diese Situation nicht gedacht“
Akademische oder berufsbildende Kurse, die Sie nicht ablehnen könnenNicht dafür konzipiertBackward Design für den Kurs nutzen und die übungsorientierte Ebene übernehmen
Soft Skills oder breite Rollouts ohne einzelne KennzahlAnpassenEine Einheit oder ein Verhalten mit Kennzahl mappen und ein Ersatzziel akzeptieren

Am schwersten passt die Methode auf Compliance-Schulungen, und Moore geht selbst darauf ein. In ihrem Beitrag über Pflichtschulungen nennt sie den üblichen Ansatz „sheep-dip training“, also Schulung nach dem Gießkannenprinzip, und schreibt: „Wenn es wirklich kein Problem gibt, sollten wir auch keine Lösung schaffen.“ Sie räumt aber ein, dass die Entscheidung manchmal nicht beim Designer liegt: „Wenn Sie durch Umstände, die Sie nicht beeinflussen können, etwas für alle Mitarbeitenden erstellen müssen, können Sie die Zielgruppe zumindest nach wichtigen Tätigkeitsrollen aufteilen.“ Gestalten Sie dann Aktivitäten, in denen Mitarbeitende die Regeln bei Entscheidungen in ihrer eigenen Rolle korrekt anwenden, und zeigen Sie die Regel im Feedback. Das Geschäftsziel ist dann vielleicht schwächer oder nur ein Ersatz, aber die Map streicht trotzdem Inhalte, die keine Rolle braucht.

Dass sich die Methode nur begrenzt für den akademischen Bereich eignet, hat ein australischer Rezensent klar benannt. In der Rezension von Map It für das Australian Journal of Adult Learning 2023 schrieb ein leitender Learning Designer am berufsbildenden College der RMIT, dass „die durchgängigen Unternehmensbeispiele und die Geschäftsterminologie breitere Zielgruppen auszuschließen drohen“ und dass die Frage des Buchs, ob ein Kurs überhaupt nötig ist, „die Illusion einer Trennung von akademischen Umgebungen erzeugen könnte, die eine solche Infragestellung nicht zulassen“. Das deckt sich mit Moores Ansicht, dass die Methode nicht für den Bildungsbereich konzipiert wurde. Nutzlos ist die übungsorientierte Ebene dort deshalb nicht, und einige Designer an Hochschulen haben sie für die Überarbeitung von Lehrveranstaltungen angepasst.

Funktioniert Action Mapping? Was die Belege zeigen

Ich konnte keine kontrollierte Studie zu Action Mapping finden, und Moore sagt, sie kenne keine Forschung zu dem Modell. In ihren FAQs vergleicht sie die Frage damit, ob ADDIE funktioniert, und fährt fort: „Mir ist keine Forschung zu dem Modell bekannt, und ich sehe auch nicht, wie sich solche Forschung sauber anlegen ließe.“ Sie berichtet von „vielen anekdotischen Erfolgsberichten“ und ergänzt, sie habe „auch gesehen, wie der Prozess falsch angewendet wurde“. Die Vorteile auf ihrer Überblicksseite stellt sie als das vor, was „zufriedene Action Mapper mir erzählt haben“.

Ich habe ERIC, PubMed, Crossref und OpenAlex nach veröffentlichten Anwendungen von Moores Modell durchsucht. Die gefundenen Anwendungen sind beschreibend: der kanadische Fall, beurteilt von seinem Designer, der NHS-England-Bericht zu Starts und Bewertungen, zwei Paper zur Überarbeitung von Hochschulkursen und ein Konferenz-Abstract aus Brasilien. Keine davon hat das Geschäftsziel gemessen, um das herum ihre Map aufgebaut war.

Das brasilianische Abstract hat die größten Zahlen und zeigt eine verbreitete Falle. Die Open University des brasilianischen Einheitlichen Gesundheitssystems (UNA-SUS) bot fünf Microlearning-Kurse zur Versorgung älterer Menschen für Beschäftigte in der Primärversorgung an, und das Abstract hält fest: „Es folgt dem Design nach ‚Action Mapping‘.“ Das erklärte Ziel war, die Abschlussquoten zu verbessern.

55 %
von 66.655 Einschreibungen in fünf Online-Kursen für Beschäftigte des öffentlichen Gesundheitswesens in Brasilien führten in 18 Monaten in den Jahren 2018 und 2019 zu einem Zertifikat (36.714); die Abschlussquote lag über 15 Berufsgruppen hinweg zwischen 46,4 % und 70,5 %; nur Abstract, keine Vergleichszahlen, und ein Abschluss sagt nichts über die Arbeitsleistung aus
Source: Savassi und Kollegen, European Journal of Public Health, 2020

Im Konferenz-Abstract von Savassi und Kollegen, das die gesamte Veröffentlichung ausmacht, folgern die Autoren, die Microlearning-Strategie habe zu höheren Abschlussquoten geführt als herkömmliche Online-Fernkurse, nennen aber keine Vergleichszahl. Die Kurse kombinierten Action Mapping mit Microlearning, das Ergebnis lässt sich also keinem von beiden allein zuschreiben. Und weil das Ziel der Abschluss war, konnte das Programm auch nur Abschlüsse berichten. Vor genau dieser Kennzahl warnt Moores einseitige Zusammenfassung.

Zu Übungsaktivitäten gibt es eine eigene Evidenzbasis, die unser Leitfaden zum szenariobasierten Lernen darstellt. Das ist ein Beleg für eine Ebene der Map, nicht für Action Mapping insgesamt. Einem Stakeholder zusagen können Sie eine Kennzahl, die Sie prüfen, und ein Datum, an dem Sie sie prüfen, kein Ergebnis.

Grenzen von Action Mapping

  • Keine Forschung prüft das Modell. Moore kennt keine, und die veröffentlichten Anwendungen, die ich gefunden habe, berichten Nutzung, Bewertungen, Abschlüsse oder das eigene Urteil des Designers.
  • Es braucht ein Leistungsproblem und Einblick in die Arbeitspraxis. Ohne eine Kennzahl, die der Organisation wichtig ist, oder Personen, die Sie beobachten und befragen können, bleiben die ersten beiden Ebenen Spekulation.
  • Manche Ziele lassen sich nicht in einer einzigen Kennzahl fassen. Moore räumte in Antworten an Leser ein, dass es bei einem breiten Rollout über mehrere Einheiten „schwer ist, ein messbares Ziel festzulegen“, und dass Soft Skills „schwer zu quantifizieren sein können“.
  • Compliance und Zertifizierung schwächen das Ziel. Besteht die Anforderung in der bloßen Teilnahme oder einer Wissensprüfung, kann die Map zwar weiterhin Inhalte nach Rollen streichen, das Geschäftsziel ist aber vielleicht nur ein Ersatz.
  • Für den akademischen Bereich wurde es nicht konzipiert. Das sagt Moore selbst, und die AJAL-Rezension weist darauf hin, dass viele Designer im akademischen und berufsbildenden Bereich einen Kurs nicht ablehnen können.
  • Es kostet Zeit bei Auftraggeber und Fachexperten. Moores Schätzung von zwei Stunden für den Kern der Map ist ihre Erfahrung, kein Richtwert, und sie sagt, dass kein Designer allein mappen sollte.
  • Eine Map garantiert nicht die Umsetzung. Im kanadischen Fall wurde aus der gemappten Übung in der fertigen Lektion eine Zustimmungsfrage, und bei einem KI-Kursersteller kann es ähnlich abdriften.
  • Die Zielerreichung zu messen, erfordert Daten und Zeit. Die veröffentlichten Projekte berichteten Starts, Bewertungen oder Abschlüsse statt der geschäftlichen Kennzahl, und das ist der einfachere Weg, wenn niemand für die Daten verantwortlich ist.

Action Mapping mit einem KI-Kursersteller

Die Daten zu den Kursanfragen zeigen, dass Briefings meist als Themenlisten eintreffen. Ich habe deshalb das Gegenteil getestet: ein Briefing auf Grundlage einer fertigen Action Map, um zu sehen, ob Coursebox die Übungen in den Vordergrund stellt und die Lösungen ohne Schulung außen vor lässt. Coursebox ist unser eigenes Produkt, bitte bewerten Sie meinen Bericht entsprechend.

Am 12. Oktober 2026 habe ich Coursebox damit beauftragt, für den Solarinstallateur den Kurs „The customer handover“ (die Kundenübergabe) zu erstellen. Der Test lief auf Englisch; Zitate daraus sind hier übersetzt. Das Briefing nannte das Geschäftsziel nur als Kontext und enthielt die vier Handlungen, wobei die Handlungen 1 und 4 als „KEINE SCHULUNG“ markiert waren. Außerdem enthielt es die drei Übungen in der richtigen Reihenfolge mit ihren Optionen, eine Folge für jede Antwort zum Stromausfall und das Ergebnis, das der Teach-back zeigen sollte, die Fakten der Übergabekarte im genauen Wortlaut und eine Platzhalter-Support-Nummer. Verlangt waren ein kurzer Teil „Bevor Sie beginnen“, die beiden Szenarien, der Teach-back zum Abschalten, eine Nachbesprechung mit Freitext und als allerletzter Abschnitt eine Zusammenfassung. Außerdem stand darin, dass Solaranlagen, Wechselrichter und Batterien nicht erklärt und keine Wissensfragen ergänzt werden sollten.

Der erwartete Inhaltsberg blieb aus. Die erste Gliederung enthielt keinen Abschnitt zur Funktionsweise von Solaranlagen, und die beiden Handlungen ohne Schulung wurden nicht behandelt. Sie legte aber die Aktivitäten zur Ersparnis und zum Abschalten zusammen und ergänzte ein Quiz. Deshalb habe ich eine Überarbeitung verlangt: sechs Abschnitte in der vorgegebenen Reihenfolge, die Folgen vor dem Hinweis des erfahrenen Montageleiters, kein Quiz. Der Ersteller fragte einmal nach, ob die sechs Abschnitte seine eigene Einleitung und Zusammenfassung ersetzen sollten, und ich bejahte das. Die zweite Gliederung enthielt die sechs Abschnitte in der richtigen Reihenfolge und keine Quizze. Auf den gerenderten Seiten listete die Eröffnungsseite „Vier Handlungen bei der Übergabe“ alle vier auf, markierte die beiden, die der Kurs übt, und kennzeichnete die Handlungen 1 und 4 in einer Tabelle mit „Prozessänderung / Kein Schulungsinhalt“. Die Zusammenfassung nannte die beiden Prozessänderungen und zeigte die Karte mit der unveränderten Platzhalternummer, ohne Sparbetrag und ohne Normen. Beide Kundengespräche waren Szenarioblöcke mit der Frage „Was sagen Sie?“.

Das Problem lag auf der Seite zum Stromausfall. Als ich „Ja, die Module versorgen Sie weiter.“ wählte, antwortete das Szenario mit einem Urteil, „Das klingt beruhigend, ist aber irreführend“, statt mit der Folge aus meinem Briefing, und ging zu einer neuen Frage über. Unter dem Block, sichtbar während der Lernende noch wählt, beschrieb der Seitentext die richtige Antwort und nannte keine Folgen. Die Seite erklärte also, bevor sie zeigte, was passiert, und das ist das Gegenteil eines übungsorientierten Designs. Das Briefing verlangte die Folgen und danach eine Erklärung. Diese Folgen fehlten, also musste genau das korrigiert werden.

Die Antworten des Szenarioblocks selbst lassen sich nicht bearbeiten, nur neu generieren, also habe ich den Text darunter im Seiteneditor korrigiert. Ich ersetzte ihn durch „Nach Ihrer Antwort: was bei jeder Antwort als Nächstes passiert“, gefolgt von den drei Folgen aus der Map und dem Hinweis des erfahrenen Montageleiters, warum die klare Antwort funktioniert. Anschließend lud ich die Seite in der Lernendenansicht neu und prüfte, ob die Folgen und der Hinweis angezeigt wurden und der alte Text mit der richtigen Antwort verschwunden war. Der Text steht weiterhin auf derselben Seite wie die Auswahl, ein Lernender kann also vorauslesen.

Ich habe die Gliederung und drei gerenderte Seiten geprüft und ein Szenario durchgespielt; mit Montageleitern habe ich den Kurs nicht durchgeführt. Eine saubere Gliederung zeigt, dass die gewünschte Struktur eingehalten wurde. Sie zeigt nicht, dass die Support-Anrufe zurückgehen, und das ist das Ziel, von dem die Map des Kurses ausging und das nur das Support-Protokoll belegen kann.

Arbeitsblatt für die Übungsgestaltung

Ein Arbeitsblatt, um die Übung für eine gemappte Handlung zu gestalten: die Situation und die Worte des Kunden, die Entscheidungsaufgabe, jede Option mit ihrer Folge, der Hinweis des erfahrenen Kollegen, die Informationen, die Lernende während der Aktivität abrufen können, und eine Frage zur Nachbesprechung. Enthält einen Abgleich des fertigen Kurses mit der Map, Handlung für Handlung, und ein Muster einer einseitigen Übergabekarte als Arbeitshilfe. Ausgefüllt für die Aktivitäten des Solarinstallateurs zu Stromausfall und Abschalten, mit leeren Blättern für Ihre eigenen. Bearbeitbare Word-Datei auf Englisch, keine E-Mail-Adresse nötig.

Action Mapping in die Praxis bringen

Am Ende zwingt Action Mapping zu einer Frage, die viele Schulungsanfragen auslassen: Was sollen Mitarbeitende im Arbeitsalltag anders machen, und woran erkennt die Organisation, dass es passiert? Die Antwort gliedert sich in vier Ebenen: ein Ziel, die Handlungen, die dorthin führen, Übungen dort, wo eine Handlung sie braucht, und nur die Informationen, die diese Übungen nutzen. Den größten Beitrag leistet die Prüfung zwischen Handlungen und Übungen, also die Frage, warum eine Handlung bisher ausbleibt. Im Solarbeispiel landete dadurch die Hälfte der Handlungen bei einem Zeitplan und einer App-Einstellung, bevor auch nur eine Seite geschrieben war.

Greifen Sie zu dieser Methode, wenn eine Anfrage als Themenliste eintrifft und dahinter ein messbares Problem steht. Bei Compliance-Schulungen passen Sie sie an, indem Sie nach Tätigkeitsrollen mappen; geht es um eine Wissensprüfung oder einen akademischen Kurs, den Sie nicht ablehnen können, ist ein anderes Modell die bessere Wahl. Sagen Sie nicht zu, dass der Kurs das Ziel erreicht. Zusagen können Sie die Kennzahl, den Termin der Überprüfung und die Lösungen, die ohne Schulung auskommen.

Ihr nächster Schritt: Nehmen Sie die nächste Kursanfrage auf Ihrem Schreibtisch, formulieren Sie nach Moores Muster einen Zielsatz mit einer Kennzahl, die Ihre Organisation bereits nutzt, und fragen Sie den Auftraggeber, welche Handlungen im Arbeitsalltag diese Kennzahl bewegen würden, bevor Sie einem einzigen Thema zustimmen.

Häufig gestellte Fragen

Action Mapping ist Cathy Moores Methode für die Konzeption betrieblicher Schulungen: Sie beginnt bei einem messbaren Geschäftsziel, hält fest, was Mitarbeitende dafür im Arbeitsalltag tun müssen, klärt, warum sie es bisher nicht tun, und ergänzt nur die Übungen und Informationen, die diese Handlungen brauchen. Moore stellte die Methode im Mai 2008 in einem Blogbeitrag vor und beschrieb den vollständigen Prozess 2017 in ihrem Buch Map It.

Eine Action Map ist das Diagramm, das bei der Methode entsteht. In der Mitte steht das Geschäftsziel. Damit verbunden sind die Handlungen im Arbeitsalltag und mit jeder Handlung die Übungen, in denen sie trainiert wird. Den Übungen sind wiederum nur die dafür unbedingt nötigen Informationen zugeordnet. Jedes Element muss zum Ziel zurückführen. Die Map dokumentiert das Design und ist keine Mindmap zu einem Thema.

Eine Suche in ERIC, PubMed, Crossref und OpenAlex ergibt keine kontrollierte Studie zu Action Mapping, und Cathy Moore sagt, sie kenne keine Forschung zu dem Modell. Veröffentlichte Anwendungen sind beschreibende Berichte, die Kursstarts, Bewertungen, Abschlüsse oder das eigene Urteil des Designers erfassen. Keiner dieser Berichte nennt Fortschritte beim Geschäftsziel. Szenario-Übungen, eine Ebene der Map, haben ihre eigene Evidenzbasis.

Ja, mit Anpassungen. Moore rät, eine Zielgruppe „alle Mitarbeitenden“ in Tätigkeitsrollen aufzuteilen und Aktivitäten zu gestalten, in denen Mitarbeitende die Regeln bei Entscheidungen in ihrer eigenen Rolle anwenden. Das Geschäftsziel ist vielleicht schwächer oder nur ein Ersatz, wenn die Anforderung in der bloßen Teilnahme oder einer Wissensprüfung besteht, und für die Zertifizierung per Wissensprüfung nennt sie Action Mapping weniger geeignet.

ADDIE ist ein Projektprozess mit fünf Phasen, Action Mapping dagegen eine Analyse- und Designmethode, die innerhalb der ADDIE-Phasen Analyse und Design laufen kann. Moore grenzt Action Mapping von einer verbreiteten ADDIE-Anwendung ab, die eine Schulungsanfrage als Beweis für den Schulungsbedarf wertet und erst am Ende evaluiert. Action Mapping legt die Erfolgskennzahl als Erstes fest.

Carolina Martin

Carolina Martin

Kundenerfolgsleiter und Lerndesigner

Carolina ist eine hocherfahrene Lerndesignerin mit Erfahrung in Tech-Start-ups. Sie ist in Sydney ansässig und hat zuvor gemeinsam mit Coursebox-Gründer Travis in einem früheren Job Kurse entworfen. Sie ist leidenschaftlich daran interessiert, ansprechende Lernerfahrungen zu bieten, und bringt dieselbe Perspektive auch in die Kundenerfahrung ein. Sie verwaltet unsere Kundensupport-Dokumentation und die Produkttestprozesse.